Workshop

Termine auf Anfrage, Gruppen ab vier Personen auch individuell buchbar

Spielerisch schreiben lernen am Schaalsee

Workshophaus Dutzow Beatrix Gerstberger

Auf eine ganz neue Art lernen, Geschichten zu erzählen

Ungewöhnliche Techniken ausprobieren

Schreibblockaden überwinden

Entdecken, wohin die Geschichte sich bewegt

Unsere Methode

In diesem Workshop sollen die wichtigsten Dramaturgie-Gesetze nicht nur kennengelernt und verstanden, sondern vor allem mit Hilfe von Handpuppen sichtbar werden.

Mitgebrachte Texte – ob Roman, Reportage, Porträt, Theaterstück, Drehbuch, Autobiographie – werden auf einer kleinen Bühne auf ein 3-Minuten-Puppenspiel reduziert, gemeinsam Szenen, Kapitel und komplette Geschichten auseinandergenommen. Die Übungspuppen dürfen zunächst nicht sprechen, sind also zum Handeln gezwungen und zeigen dem Schreiber so, wo die Knackpunkte seiner Geschichte liegen. Wie man neue Bilder und Ideen findet. Spannend und lebendig erzählt.

Anschließend gibt es auch die Möglichkeit zur Einzeltextarbeit mit den Workshop-Leitern. Oder man zieht sich zum Schreiben an einen der schönen Plätze im 4000 Quadratmeter großen alten Obstgarten zurück.

Das Workshop-Haus

Der Workshop-Ort ist ein ehemaliger Milchhof in einem 4000 Quadratmeter großen Obstgarten inmitten von Feldern in Dutzow im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Schleswig-Holstein. In Pausen kann man im nahen Schaalsee baden.

Im Preis von 290 Euro sind ein Kennenlern-Grillen am Freitag und ein Lunch am Samstag inbegriffen.

Weitere Infos und Anmeldung

Per Mail an Beatrix Gerstberger  oder an Bodo Schulte

Links zu Unterkünften:

www.bauernkate-klein-thurow.de

www.forsthof-kneese.de

Ausflugs- und Erlebnis-Tipps für das Schaalseegebiet stellen wir gern individuell zusammen.

Anfahrt von Hamburg ca. 90 Kilometer, von Berlin ca. 240 Kilometer.

Workshophaus Dutzow Gerstberger

 

 

Wie das Haus zu uns kam

So richtig verliebt habe ich mich in diesen Platz, als wir dort das erste Mal übernachteten. In diesen riesigen Garten mit den uralten Birnen-, Apfel- und Pflaumenbäumen, den Himbeersträuchern, Holunderbüschen, knorrigen Rosenstöcken und Fliederbäumen.
In das Haus, dem die Menschen irgendwie in den Jahren der Wiedervereinigung abhanden gekommen waren und das damals eigentlich nur noch eine Ruine war, als wir es im tiefsten grauen Winter gekauft hatten.
Jetzt aber war Sommer, und in jener ersten hell leuchtenden Nordhimmel-Nacht konnte ich nicht schlafen, denn es war still. Unfassbar still. Es war so still, dass ich sie alle hören konnte, die Mäuse, die durchs Haus liefen, die Fledermäuse, die durch die Scheune rauschten, die Schreie der Rehe auf den Feldern, die das Haus und den Garten umrunden, so dass beide daliegen wie eine Insel inmitten einer sanft gewellten Ebene.
Als ich hinausging, saß im Apfelbaum ein riesiger Uhu, der aufschrak und über meinen Kopf hinwegflog. Es war drei Uhr morgens, die weiß-grünen Felder hielten das Licht zwischen Himmel und Erde gefangen, und ich schaute über dieses weite Land, in dem ich nur eine Art Mücke war. Völlig unbedeutend.
Und das ist das schlichte Geheimnis unseres Hauses auf dem Land. Es ruckelt uns zurecht. Auf das richtige Maß. Auf das, was wir vielleicht wirklich sind. Oder nicht sind. Je nachdem.
Das ist bis heute, mehr als zehn Jahre später, so geblieben. Müsste ich einen dieser dämlichen „Wo wohnt Ihr Glück?“-Fragebögen ausfüllen, zu denen manche Zeitungen Prominente zwingen, dann würde ich nur schreiben: 53. Breitengrad Nord, 11. Längengrad Ost, mitten in der Pampa in Nordwest-Mecklenburg.
Es gibt keinen anderen Ort auf dieser Welt, wo ich fünf Stunden in einem Sessel sitzen kann, das Buch in der Hand, das ich endlich lesen will, und dann doch nur auf das Feld, die Bäume, den Himmel schaue. Ob ich was gedacht habe während der Zeit? Höchstwahrscheinlich. Das Schöne ist, dass ich es nicht wirklich weiß. Hinterher.
Wenn ich in den riesigen See in der Nähe springe, in dem im Sommer manchmal Wasserschlangen meinen Weg beim Schwimmen kreuzen und schwarze Kormorane auf den Bäumen hocken. Wenn wir später ein Feuer im Garten machen.
Die Haut riecht nach Seewasser und Algen, die Frösche in unserem Teich schreien, und später wölbt sich die Milchstraße über uns wie ein helles weißes Band, so wie wir es in der ausgeleuchteten Stadt niemals sehen können.
Das alles klingt unfassbar kitschig. Und hat uns seltsam sesshaft werden lassen. Wir haben es in all den Jahren nur einmal geschafft, an die nur 60 Kilometer entfernte Ostseeküste zu fahren. „Man müsste mal“, sagen wir immer wieder. Und wissen, dass wir es doch nicht tun werden.